Wie geht es den Geflüchteten und ihren Helfern in Zeiten von Corona?

Logo Helferkreis Asyl

Ende 2014 nahm die Gemeinde Grasbrunn Familien und alleinstehende Männer und Frauen auf, die aus unterschiedlichen Gründen aus ihren Heimatländern geflüchtet waren. In dieser Zeit gründete sich der Helferkreis Asyl Grasbrunn-Vaterstetten. Von den anfangs angemeldeten 380 Freiwilligen engagiert sich noch ein „harter Kern“ von ca. 40 Personen. Derzeit leben 20 alleinstehende Männer in der Containeranlage am Bretonischen Ring und Familien mit 12 Personen in Grasbrunn sowie 22 Personen in Harthausen.

 

Die ersten Anlaufhürden mit meist hohem bürokratischem Aufwand haben sie mit der Unterstützung des Helferkreises bewältigt. Der Hilfebedarf und damit die Aufgaben für die Helfer haben sich teilweise verändert, doch die Herausforderungen werden nicht einfacher. Aber es gibt auch immer wieder Erfolgserlebnisse, die zeigen, dass sich das Engagement lohnt.

Die erste Zeit war mit Asylverfahren, Deutschkursen und Integrationsmaßnahmen ausgefüllt. Inzwischen ist einigen der Neu-Grasbrunner der Einstieg ins Berufsleben gelungen. Sie haben einen Job oder eine Ausbildung angetreten. Die Kinder wurden in den Kindergarten oder in die Schule aufgenommen und haben hier ihren strukturierten Alltag und die Chance, individuell gefördert zu werden. Hier ist weiterhin Hilfestellung von Ehrenamtlichen unverzichtbar.

 

Dann kam Corona. „Für jeden von uns war dies eine einschneidende Situation, die auch neue Unsicherheiten mit sich brachte“, sagt Dr. Friederike Netter vom Helferkreis. „Doch für die Menschen, die sich hier integrieren und ein neues Leben aufbauen möchten, sowie für deren Unterstützer haben sich die Bedingungen erschwert. Die Kinder sind besonders betroffen. Homeschooling ist für diese Familien angesichts der technischen und sprachlichen Voraussetzungen sowie der schulischen Anforderungen oft unmöglich. Die ehrenamtlichen Helfer versuchen mit unterschiedlichem Erfolg Lösungen anzubieten. Anfangs fehlten Laptops und individuelle Betreuungsangebote. Alle, die sich engagieren, sind sehr bemüht, dass die Kinder die Chancen im deutschen Bildungssystem auch nutzen können. Es geht um die Zukunft unserer jungen Mitbürger.“

 

Auch die berufstätigen Migranten stehen vor einer neuen Hürde. Mit viel Mühe hatten sie endlich einen Job oder einen Ausbildungsplatz gefunden und hatten dabei Erfolgserlebnisse durch die Anerkennung als fleißige Kollegen. Der bürokratische Aufwand, v.a. die Abstimmung der Behörden bei der Jobsuche ist erheblich. Jetzt sind die Meisten von ihnen in Kurzarbeit oder ihnen wurde gekündigt. Das erfordert für sie selbst als auch für deren Helfer eine hohe Frustrationstoleranz.

 

Nachdem die ganze Bürokratie mit den Behörden, z.B. Meldung als arbeitssuchend, bewältigt ist, startet jetzt die Suche nach einem Arbeitsplatz erneut. Hinzu kommt jetzt eine erschwerte Kommunikation durch die Kontaktbeschränkungen. Diese ist z.B. über WhatsApp möglich. Doch dieses Engagement ist unverzichtbar: Gerade die Berufstätigkeit bietet die beste Chance für eine gelungene Integration. Die Sprachfähigkeiten verbessern sich, der Alltag ist strukturiert und das Wichtigste: Es gibt die Perspektive auf ein eigenständiges Leben in Deutschland.

 

Die Verbesserung der Wohnsituation ist auch ein Herzenswunsch der Neu-Grasbrunner. Es kann wohl jeder verstehen, dass nach einem jahrelangen Leben in einer Gemeinschaftsunterkunft eine eigene kleine Wohnung oder ein WG-Zimmer eine enorme Verbesserung für ein geregeltes Leben in Deutschland wären.

Vielleicht gibt es ein Wohnungsangebot in Grasbrunn? Aktive Helfer*innen werden nach wie vor gesucht – vielleicht haben Sie Interesse, sich im Helferkreis zu engagieren?

Gerne können Sie sich an die zentrale Rufnummer des Helferkreises unter 08106 / 303540 wenden oder

Sie schreiben Sie eine E-Mail an info@Helferkreis-Grasbrunn-Vaterstetten.de

drucken nach oben