Gemeinde Grasbrunn investiert kontinuierlich in Glasfaserausbau

Seit 2007 hat die Gemeinde Grasbrunn insgesamt eine knappe Viertelmillion € in den Breitbandausbau investiert. Zusätzlich wurde für die aktuell unterversorgten Gebiete ein Auftrag in Höhe von 416.000 € erteilt und mit mehreren Netzanbietern Kontakt aufgenommen, um einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser voranzubringen.

Grasbrunner Wappen (klein)

Die Digitalisierung und der Glasfaserausbau sind permanent Themen in der Presse und beschäftigen nahezu alle Kommunen in Deutschland. Gerade beim Glasfaserausbau ist Deutschland international gesehen eher Entwicklungsland. Selbst im europäischen Vergleich belegt Deutschland den hinteren Platz bei dem Anteil stationärer Breitbandanschlüsse, die per Glasfaser realisiert werden. Der OECD-Durchschnitt (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) liegt bei 24,8%, Deutschland bei nur 2,6%. Daher stellt sich die Frage: Warum ist das so?

 

  

Die grundsätzliche Aufgabenverantwortung liegt beim Bund. Nach Maßgabe eines Bundesgesetzes, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, gewährleistet der Bund im Bereich des Postwesens und der Telekommunikation flächendeckend angemessene und ausreichende Dienstleistungen. Diese werden als privatwirtschaftliche Tätigkeiten durch die aus dem Sondervermögen Deutsche Bundespost hervorgegangenen Unternehmen und von anderen privaten Anbietern erbracht. Hoheitsaufgaben im Bereich des Postwesens und der Telekommunikation werden in bundeseigener Verwaltung ausgeführt. Wie eine Erhebung des TÜV-Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ergab, ist der Breitbandausbau lediglich bei niedrigen Verbindungsraten von bis zu 6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) flächendeckend vorangekommen. Ab den Breitbandklassen von mehr als 16 Mbit/s sinkt die durchschnittliche Breitbandverfügbarkeit in deutschen Haushalten auf 90,4%, bei mehr als 50 Mbit/s sind es nur noch 76,9%. Besonders in den ländlichen Regionen sind viele Gemeinden noch immer abgehängt. So liegt die Breitbandverfügbarkeit dort für Bandbreiten von über 30 Mbit/s durchschnittlich bei 55,1%. Von mehr als 50 Mbit/s profitiert nur rund ein Drittel der ländlichen Gemeinden.

 

Das Hauptproblem in Deutschland ist, dass viele Hausanschlüsse vom Verteiler über Kupfertechnologie angeschlossen sind. Das Kupferkabel kann jedoch nicht die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten gewährleisten. Demzufolge muss ein Glasfaserkabel erst neu verlegt werden. Dies wiederum erfordert hohe Investitionen, denn Tiefbauarbeiten sind sehr kostenintensiv. Hinzu kommt, dass frühere Förderprogramme lediglich eine Mindestgeschwindigkeit von 30 Mbit/s vorausgesetzt haben, weshalb viele Gebiete lange noch mit Kupferkabel versorgt worden sind.

 

Im Koalitionsvertrag wurde ein „flächendeckender Ausbau mit Gigabit-Netzen bis 2025“, also Geschwindigkeiten von über 1.000 Mbit/s aufgenommen, die ausschließlich durch Glasfaseranschlüsse erreicht werden können. Der Bund hat die Entwicklung schlichtweg verschlafen und in den vergangenen Jahrzehnten nicht in die notwendige Technik investiert. Wir, wie auch viele andere Kommunen, wollen aber nicht bis 2025 warten. Im Rahmen der Daseinsvorsorge versucht die Gemeinde Grasbrunn deshalb den Rückstand im europäischen Vergleich eigeninitiativ aufzuholen. Bereits vor 12 Jahren wurde eine DSL-Arbeitsgruppe gegründet, die seitdem intensiv an der Umsetzung des Breitbandausbaus in allen Grasbrunner Gemeindeteilen arbeitet und als Ansprechpartner für die Bürger fungiert. In 2010 hat der Grasbrunner Gemeinderat die Erstellung eines Masterplans für die Glasfaser-Verrohrung des gesamten Gemeindegebietes beauftragt. Ebenso wurden seitdem bei jeder Baumaßnahme Leerrohre für spätere Glasfaserleitungen verlegt. So konnte die Gemeinde bisher knapp 4 km Leerrohre verlegen und einmessen, noch in diesem Jahr werden weitere 2 km folgen. Auch bei uns wird der Großteil der Bürgerinnen und Bürger noch über Kupferkabel versorgt, mittels Super-Vectoring sind aber Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s möglich. Damit gilt Grasbrunn laut Fördermittelgeber als aktuell „ausreichend versorgt“ und kann keine Fördermittel aus einem Förderprogramm in Anspruch nehmen, da lediglich „weiße Flecken“ mit unter 50 Mbit/s gefördert werden können.

In den letzten Jahren konnten in Zusammenarbeit mit der DSL-Arbeitsgruppe regelmäßig örtlich begrenzte Verbesserungen in allen Gemeindeteilen erzielt werden. So verfügen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Anschlüsse über VDSL mit bis zu 250 Mbit/s – fünfmal mehr als noch vor einem Jahr! Wir werden uns damit aber nicht zufrieden geben, sondern weiterhin kontinuierlich an der Verbesserung der Übertragungsgeschwindigkeiten arbeiten. Kurzfristiges Ziel kann nur eine Versorgung mit Bandbreiten nicht unter 1 Gigabit sein.

 

Chronologische Zusammenfassung über die Umsetzungen hinsichtlich des Breitbandausbaus in Zusammenarbeit mit der DSL-Arbeitsgruppe

 

2007: Glasfaserausbau mit DSLAMS in VDSL-Technik (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) der Gemeindeteile Grasbrunn / Keferloh / Neukeferloh. Verfügbare Geschwindigkeiten waren bis zu 50 Mbit/s, 25  Mbit/s und 16  Mbit/s (je nach Länge der Hausanschlussleitung (DSLAM<>Wohnung). Damalige Buchungsprobleme führten zur Gründung der DSL-Arbeitsgruppe innerhalb der Gemeindeverwaltung. Die Telekom vermittelte der DSL-Arbeitsgruppe direkte Ansprechpartner im Telekom-Vertrieb und der Telekom-Technik (die bis heute bestehen). Im Verbund Telekom Vertrieb / Technik und DSL-Arbeitsgruppe konnten weitgehend die Nachfrage nach schnellem Internet im Rahmen der gegebenen Technik befriedigt werden. 2008: Glasfaserausbau mit DSLAMS in ADSL-Technik (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) der Ortschaft Harthausen Verfügbare Geschwindigkeiten waren bis zu 16  Mbit/s (je nach Länge der Hausanschlussleitung (DSLAM<>Wohnung). 2010: Beschluss des Gemeinderates im Rahmen von Straßen-Neubauten bzw. Sanierungen die entsprechende Verrohrung für eine zukünftige Glasfasertechnik (FTTB/H) mit zu verlegen. Im Rahmen dieses Beschlusses wurde auch die Erstellung eines Masterplans für die Glasfaser-Verrohrung des gesamten Gemeindegebietes in Auftrag gegeben. 2015: In Zusammenarbeit mit Telekom / DSL-AG / Privat Initiative wurde der Glasfaserausbau mit DSLAMS in Vectoring-VDSL-Technik (VVDSL) des Guts Möschenfeld verwirklicht. Verfügbare Geschwindigkeiten sind bis zu 100 Mbit/s, 50  Mbit/s und >30  Mbit/s (je nach Länge der Hausanschlussleitung (DSLAM<>Wohnung). 2017: Hat die Telekom eigenwirtschaftlich den Ausbau der DSLAMS mit Vectoring-VDSL-Technik (VVDSL) in Harthausen vorgenommen. Verfügbare Geschwindigkeiten sind bis zu 100 Mbit/s, 50  Mbit/s und >30  Mbit/s (je nach Länge der Hausanschlussleitung (DSLAM<>Wohnung). 2017: Hat der Gemeinderat beschlossen, noch am bayerischen Breitband-Förderungprogramm teilzunehmen um auch noch einige „weiße“ Flecken innerhalb des Gemeindegebietes mit schnellem Internet zu versorgen. Im Rahmen dieses Prozesses hat die Telekom zugesagt, das bestehende Netz mit Vectoring-VDSL-Technik (VVDSL) innerhalb der nächsten 3 Jahre auszubauen. Für einige Teilgebiet (DSLAM) hat dieser Ausbau bereits begonnen bzw. ist bereits abgeschlossen. Die Auswertung des beauftragten Ingenieurbüros hat ergeben, dass ca. nur 30 Hausanschlüsse im Gemeindegebiet nicht mit einer Geschwindigkeit >30  Mbit/s versorgt werden können, so wie es die derzeitigen Förderrichtlinien vorsehen. Unsere beiden Gewerbegebiet Technopark I und Technopark II sind teilweise mit separaten Glasfaseranschlüssen versorgt. Vodafone-Kabel versorgt – im Rahmen des ehemaligen Kabel-Deutschland Netzes (Koaxkabel) einigen Teilgebiete in Neukeferloh mit schnellen Internet-Anschlüssen (z.Zt. <100 Mbit/s) 1&1 bietet ebenfalls in Teilgebieten von Neukeferloh und Grasbrunn schnelle Glasfaseranschlüsse an, deren Verfügbarkeit, preisliche Attraktivität und Geschwindigkeiten direkt bei 1&1 zu erfragen sind.

 

2018:

Gemeindeteil Neukeferloh

  • für ca. die Hälfte der Anschlüsse ist mittlerweile VDSL mit bis zu 250 Mbit/s verfügbar
  • der größte Teil der verbleibenden Anschlüsse mit bis zu 100 Mbit/s versorgt
  • zusätzlich sind in vielen Kabelfernsehinseln bis zu 200 MBit/s verfügbar
  • die Anschlüsse im Finkenweg nördlich der S-Bahn erreichen weiterhin nur unter 30Mbit/s und wurden daher in das Förderverfahren einbezogen

 

 Gemeindeteil Grasbrunn

  • für ca. die Hälfte der Anschlüsse ist mittlerweile VDSL mit bis zu 250 Mbit/s verfügbar (fünfmal mehr als noch vor einem Jahr!)
  • der größte Teil der verbleibenden Anschlüsse ist mit bis zu 100 Mbit/s versorgt
  • die Anschlüsse im Schusterweg und Harthauser Weg, die derzeit nur mit 16 Mbit/s versorgt sind, wurden in das Förderverfahren einbezogen
  • Einzellagen außerhalb des Ortsgebietes (z.B. Mayrhäusl, Sportpark, Kieswerk) sind nur mit 10 bis 12Mbit/s erschlossen und wurden ebenfalls in das Förderverfahren einbezogen.

 

 Gemeindeteil Harthausen

  • VDSL ist flächendeckend mit bis zu 250 Mbit/s verfügbar
  • Einzellagen am Ortsrand und außerhalb des Ortsgebietes sind nur mit ca. 25 bis 100 Mbit/s versorgt (z.B. südöstlicher Ortsrand, Forstwirt, Wasserwerk, Golfplatz)
  • Anschlüsse mit unter 30Mbit/s (Beim Forstwirt, nördlicher Teil) wurden in das Förderverfahren einbezogen 

 

Gemeindeteil Möschenfeld

  • VDSL ist flächendeckend mit bis zu 100 Mbit/s verfügbar

 

 Gemeindeteil Keferloh

  • VDSL ist flächendeckend mit bis zu 250 Mbit/s verfügbar 

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