Ehrung für das Harthauser Dorftheater
Im Landkreis München engagieren sich rund 40.000 Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich – eine kleine Gruppe davon wurde am 15. September für ihre besonderen Verdienste geehrt. Nicola Gerhardt, die in Vertretung von Landrat Christoph Göbel die Auszeichnungen übergeben hat, zeigte sich beeindruckt: „Sie machen die Welt durch Ihren Einsatz und Ihre Nächstenliebe besser, schöner und heller. Der Landkreis München kann froh, dankbar und stolz sein, so engagierte Bürgerinnen und Bürger zu haben!“
Das Harthauser Dorftheater
Die Geschichte des Theaterspielens in Harthausen reicht bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Damals führte die Landjugendvereinigung im Gasthof Alter Wirt immer wieder kleine Theaterstücke auf. 1981 gründeten Schorsch Birmann, Hans Leibig jun., Ewald Wagner und Willi Zirngibl im Stopselclub Harthausen schließlich das „Harthauser Dorftheater“. 1990 löst sich das Dorftheater aus dem Stopselclub Harthausen und wird ein eigenständiger Verein, 1999 wird die Eintragung im Vereinsregister als “Harthauser Dorftheater e.V.” und etwas später auch die Gemeinnützigkeit vollzogen.
Mit Mundartstücken, Komödien, Krimis und anspruchsvollem Volkstheater machte sich das Ensemble weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen. 1985 besuchte sogar der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß die Theater-Welturaufführung der „Lausbubengeschichten“ nach Ludwig Thoma in Harthausen. Das wohl außergewöhnlichste Projekt des Ensembles war 2014 die Aufführung des „Jedermann“ in der Kirche St. Ottilie in Möschenfeld.
Neben der Freude am Theater steht für den Verein seit vielen Jahren das soziale Engagement im Mittelpunkt. Die kompletten Einnahmen der so gut wie immer restlos ausverkauften Premierenveranstaltungen werden für soziale Zwecke in der Region gespendet. Zu den bisherigen Empfängern zählen unter unzähligen anderen Einrichtungen die Nachbarschaftshilfe Vaterstetten, Zorneding, Grasbrunn, das Salberghaus in Putzbrunn, die Tafel Vaterstetten-Grasbrunn, der Hospizkreis Ottobrunn und der Hospizkreis Haar oder der Förderverein des Seniorenzentrums am Wiesengrund.
Auch Kindergärten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Senioreneinrichtungen und die Klinikclowns wurden unterstützt. Darüber hinaus engagierte sich der Verein auch bei verschiedenen Projekten in der Gemeinde: So flossen Spenden beispielsweise in die Ausstattung des Bürgerhauses Harthausen, die Anschaffung eines First-Responder-Fahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr Harthausen und den Dorfbrunnen „Der Wassergeist zu Harthausen“.
Und genau dieses Engagement wurde jetzt auch vom Landratsamt München ganz offiziell und zu Recht gewürdigt – Wir sagen Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung!
Aus der Laudatio für das Harthauser Dorftheater
Seit der Vereinsgründung ist das Harthauser Dorftheater ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde Grasbrunn. Was als kleine Laienspielgruppe begann, hat sich nunmehr in über vier Jahrzehnten zu einem vielseitigen und überregional geschätzten Amateurtheater entwickelt. Der Theaterverein zeichnet sich durch eine hohe Spielfreude, künstlerische Vielfalt und Leidenschaft seiner Mitglieder aus und trägt zu einem lebendigen und mitmenschlichen Austausch in der Gemeinde Grasbrunn bei. Besonders hervorzuheben ist auch die Einführung einer eigenständigen Jugendgruppe. Die Einnahmen aus den Premierenveranstaltungen spendet der Verein regelmäßig an soziale Einrichtungen.
Insgesamt ehrte der Landkreis München am 15. September 33 Einzelpersonen und 12 Gruppen für ihr soziales Engagement. Für das Harthauser Dorftheater nahmen die Urkunde in Empfang: Nathalie Wischnewski, Katharina Karg, Franz Haas und Marianne Leibig. Begleitet wurden sie vom Ersten Bürgermeister Sebastian Stüwe, die Urkunde und Ehrennadel verlieh die stellvertretende Landrätin Nicola Gerhardt.
Foto: Landratsamt München/Wening
