Grasbrunns Gesichter auf der Landesgartenschau


Am 16. Mai, einen Tag, nachdem sich die Pforten der Landesgartenschau (LaGa) in Kirchheim öffneten, lud Landrat Christoph Göbel alle Städte und Kommunen zur feierlichen Eröffnung des Landkreispavillons ein. Ebenso eingeladen waren diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Porträts und Claims in der interaktiven Ausstellung „Gesichter und Geschichten aus den Städten und Gemeinden“ auf 29 klappbaren Lamellen rund um die bewaldete Innenhofbühne zu sehen sind. Die ausgewählten Personen prägen ihre jeweilige Kommune durch ihr besonderes Projekt oder Engagement, gestalten und inspirieren sie mit, haben eine Botschaft. Für die Gemeinde Grasbrunn wurden Roswitha Riess, Rolf Katzendobler und Josef Karl ausgewählt.

Drei Männer und eine Frau lächeln in die Kamera.

von links: Rolf Katzendobler, Roswitha Riess, Josef Karl, Klaus Korneder

Roswitha Riess war von 1990 bis 2003 Mitglied des Bayerischen Landtags. In allen drei Wahlperioden gewann sie das Direktmandat im Stimmkreis München-Land-Nord. Von 1994 bis 1998 war sie zudem stellvertretende Vorsitzende der CSU-Fraktion im Landtag. Von 1998 bis 2003 war sie 2. Vizepräsidentin des Parlaments. Ihre Mutter, Elisabeth Steib (1901-2010), war die fünftälteste Frau Deutschlands. Ihre Bedeutsamkeit für Grasbrunn: Sie ist die ehemalige und langjährige Vorsitzende des Fördervereins Kirche St. Aegidius Keferloh e.V.. Zusammen mit dem Verein rettete sie die Kirche mit viel Engagement vor dem Verfall und ersteigerte sogar eigenhändig den kostbaren originalen Kirchenschatz auf einer Münchner Auktion.

Rolf Katzendobler hat Architektur und Denkmalpflege in München studiert. Seit 2017 ist er ehrenamtlicher Kreisdenkmalpfleger des Landkreis München. In seinen Aufgabenbereich gehören zum Beispiel allgemeine Denkmalpflege und insbesondere Baudenkmalpflege sowie Beratung von Bauherren bei der Baugestaltung und der denkmalgerechten Ausführung des Vorhabens. Er ist Ansprechpartner für die Kommunen des Landkreises München, aber auch für die Bürger des Landkreises mit Fragen zur Denkmalpflege. Darüber hinaus gestaltet er den Tag des offenen Denkmals. Geschichte ist sein Hobby – als „Ortschronist“ der Gemeinde Grasbrunn hat er bereits drei interessante Bücher über die Grasbrunner Gemeindeteile und deren Geschichte verfasst.

Josef Karl, der Seil Sepp, wie man ihn in Harthausen nennt, ist langjähriger Vorsitzender des Harthauser Heimatkreises. Dieser organisiert unter der Führung von Herrn Karl in der Regel jährlich eine viertägige Ausstellung zu heimatbezogenen Themen. Zudem rief das Harthauser Urgestein im Ort ein Museum ins Leben, das sogenannte „Mu(h)seum“. Dort erfährt man allerlei Hintergrundwissen zur „Landwirtschaft im Wandel“ und kann alte landwirtschaftliche Geräte bestaunen. Darüber hinaus ist der Landwirt seit Jahrzehnten im Kirchengemeinderat von St. Andreas engagiert und pflegt ein außergewöhnliches Hobby: Das Damwild Züchten ist seine Leidenschaft.

Die geladenen Gäste konnten sich zunächst bei einer Führung über das LaGa-Gelände von der gelungenen Umsetzung des Gestaltungskonzepts überzeugen. Anschließend eröffnete Landrat Göbel den Pavillon, wo sich der Landkreis in einer Dauerausstellung präsentiert und die 29 Landkreisstädte und -gemeinden ein abwechslungsreiches Programm anbieten. Der nachhaltig konzipierte Pavillon ist nach der LaGa einfach ab- und problemlos an anderer Stelle wiederaufzubauen. Seine Holzbau-Konstruktion ist offen gestaltet – mit einer „Waldbühne“ in der Mitte und einer Aktionsfläche von 64 Quadratmeter.

Mit mehr als 3500 Veranstaltungen insgesamt wird die diesjährige Landesgartenschau ein großartiges Ereignis in der Region. „Der neue Ortspark führt Menschen zusammen“, so der Landrat. Bei der Eröffnungsrede sprach er von der „großen Dynamik“ der Gemeinde Kirchheim, die das Strukturprojekt Kirchheim 2030 angestoßen hat, zu dem – neben dem Bau des neuen Ortsparks – unter anderem der Bau des neuen Rathauses mit Bürgersaal, der Erweiterungsneubau des Gymnasiums sowie Kindertageseinrichtungen direkt am neuen Ortspark zählen. Göbel dankte allen Städten und Kommunen, die den Landkreispavillon nun 145 Tage lang mit Leben füllen.

Ein Mann spricht unter einem gelben Sonnenschirm in ein Mikrofon.

Landrat Christoph Göbel bei seiner Eröffnungsrede

Eine Gruppe von Menschen steht zusammen. Weiße Wolken zieren den blauen Himmel.

Die geladenen Gäste der Landkreiskommunen erhielten eine exklusive Führung übers Laga-Gelände