Gemeinde Grasbrunn prüft mögliche Standorte für Windkraftanlagen


Bereits 2013 hatte der Gemeinderat die Aufstellung des sachlichen Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ gemäß § 5 Abs. 2b Baugesetzbuch (BauGB) i.V.m. §35 Abs. 3 S. 3 BauGB beschlossen, um im Gemeindegebiet Konzentrationszonen für die Windkraft auszuweisen.

Inzwischen haben sich die gesetzlichen Grundlagen für die Errichtung von Windkraftanlagen in Bayern grundlegend geändert.  So wurde am 16.11.2022 nach der neuen BayBO Art. 82 und 82a der 1.000-Meter-Abstand eingeführt, die bayerische 10H-Mindestabstandsregel hat damit ihre Bedeutung verloren.

„Wind-an-Land-Gesetz“ seit 1. Februar 2023

Seit dem 1. Februar 2023 gilt das „Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land“, das sogenannte „Wind-an-Land-Gesetz“. Ziel des Gesetzes ist, den Mangel verfügbarer Fläche für den beschleunigten Ausbau der Windenergie an Land zu beheben. Die wichtigste Neuregelung sind die Quoten für potenzielle Windkraftgebiete, die jedes Bundesland erfüllen muss. Für Bayern gilt: bis Ende 2027 müssen 1,1 Prozent der Landesfläche, bis Ende 2032 1,8 Prozent der Landesfläche als Windkraftgebiet ausgewiesen werden. Beauftragt für die Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten wurden die 18 regionalen Planungsverbände (RPV) in Bayern. Gleichzeitig steht es den Kommunen frei, selbst geeignete Flächen an die Regionalen Planungsverbände zu melden, um die Standorte möglicher Windkraftanlagen zu steuern.

Mögliche Standorte in Grasbrunn

Die Energieagentur Ebersberg hat bereits die Potentiale zur Nutzung der Windkraft in Grasbrunn einer ersten Prüfung unterzogen. Das Büro TB Markert Stadtplaner und Landschaftsarchitekten wurde von der Gemeindeverwaltung beauftragt, diese Potentiale hinsichtlich der neuen Gesetzeslage zu überprüfen. Eine erste Ermittlung ergab im Gemeindegebiet vier mögliche Potentialflächen für Windkraftanlagen mit einer Gesamtsumme von insgesamt ca. 329 Hektar, die den aktuellen Gesetzen entsprechen. Innerhalb der Flächen sind in der Praxis weitere Kriterien zu berücksichtigen, zum Beispiel Wasserschutzgebiete, Freileitungen, Straßen etc. Sollen diese Flächen weiter eingeschränkt werden, kann die Gemeinde Grasbrunn eine Einschränkung vornehmen und das laufende Verfahren zur Aufstellung des sachlichen Teilflächennutzungsplans weiter fortführen.

Landkarte von Grasbrunn mit den vier ausgewiesenen Flächen, die sich für Windkraft am besten eignen.

Vier mögliche Standorte, die nach Prüfung aller Aspekte für Windkraft privilegiert sind.

Der Gemeinderat beschloss in der Gemeinderatssitzung am 31. Januar 2023 die Fortführung des Verfahrens zur Aufstellung des sachlichen Teilflächennutzungsplanes „Windkraft“, um geeignete Flächen auszuweisen und die Planung der Standorte mit zu steuern. Der Bauausschuss wird in einem nächsten Schritt die Wasserschutzgebiete in den ausgewiesenen Flächen prüfen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.