Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 12. Mai wurden Erster Bürgermeister Sebastian Stüwe und die neuen Mitglieder des Gemeinderats offiziell vereidigt. Hannes Bußjäger wurde zum Zweiten Bürgermeister, Carmen Müller zur Dritten Bürgermeisterin der Gemeinde Grasbrunn gewählt. Welche Themen ihnen am Herzen liegen und welche Botschaft sie an die Bürgerinnen und Bürger haben, erfahren Sie in den folgenden drei Interviews.
Sechs Fragen an Sebastian Stüwe
Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die finalen Ergebnisse der Kommunalwahl erfahren haben?
Ich habe natürlich wochenlang auf den Wahltag hin gefiebert. Als am Abend schließlich das Ergebnis feststand, konnte ich es im ersten Moment kaum begreifen. Es hat einige Tage gedauert, bis mir wirklich bewusst wurde, welch großes Vertrauen mir die Grasbrunner Bürgerinnen und Bürger entgegengebracht haben. Nun gilt es, diesem Vertrauen mit Engagement, Offenheit und verlässlicher Arbeit gerecht zu werden.
Wie sah Ihre erste Arbeitswoche aus?
Sehr abwechslungsreich – viele Termine, viele neue Eindrücke und vor allem viele Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern. Man merkt sofort, wie viel Engagement in unserer Gemeinde steckt. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Bürgerinnen und Bürgern etwas zu bewegen.
Welches Projekt werden Sie zuerst angehen?
Aktuell stehen zahlreiche wichtige Projekte an, die wir mit hoher Priorität voranbringen werden. Dazu zählen unter anderem die Geothermie, die Standortfrage der Energiezentrale, der Wohnungsbau sowie die konkrete Ausgestaltung des Bauturbos. Viele Themen werden wir deshalb parallel angehen müssen. Eine transparente Kommunikation ist mir dabei besonders wichtig. Natürlich stehen auch die Themen im Mittelpunkt, die die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar im Alltag betreffen. Dafür braucht es einen offenen Austausch und eine gute Vernetzung. Deshalb plane ich derzeit eine Bürgersprechstunde, die nicht nur im Rathaus, sondern wechselnd in den Gemeindeteilen stattfinden soll. So möchte ich Anliegen frühzeitig aufnehmen.
Wie sehen Sie unsere Gemeinde in zwei Jahrzehnten? Welche Entwicklung wünschen Sie sich?
Bei all den offenen Projekten und äußeren Einflüssen wünsche ich mir, dass wir Grasbrunn fit für die Zukunft machen, mit klugen Investitionen in Digitalisierung, Bildung und nachhaltige Entwicklung.
Und privat: Wobei finden Sie Ruhe und einen guten Ausgleich zum fordernden Arbeitsalltag?
Den besten Ausgleich finde ich im Kreis meiner Familie und Freunden. Dort kann ich abschalten und neue Energie tanken. Ein Besuch mit meinem Sohn auf einem Spielplatz gibt zwar keine „Ruhe“, aber neue Kraft.
Was wünschen Sie sich von den Bürgerinnen und Bürgern?
Vor allem wünsche ich mir Zusammenhalt, ehrliches Feedback und einen konstruktiven Dialog – auch wenn man nicht immer derselben Meinung ist. Gute Politik sowie eine gesunde Entwicklung funktionieren nur im Austausch miteinander. Ich bin überzeugt, dass wir nur gemeinsam Grasbrunn verbessern können.
Drei Fragen an Hannes Bußjäger, Zweiter Bürgermeister Grasbrunns
Seit wann sind Sie in der Kommunalpolitik in Grasbrunn aktiv. Was hat Sie dazu bewogen?
Ich bin seit 2008 Mitglied des Gemeinderats in Grasbrunn. Für mich war es immer selbstverständlich, Verantwortung für den Ort zu übernehmen, in dem meine Familie lebt und meine Kinder aufgewachsen sind.
Durch meine Tätigkeit bei der Feuerwehr, im Bauernverband und im Vereinsleben habe ich früh gesehen, wie wichtig Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement für eine funktionierende Gemeinde sind. Irgendwann reicht es nicht mehr, nur zuzuschauen – man möchte aktiv mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Genau das hat mich motiviert.
Welche drei Themen sind Ihnen besonders wichtig und wieso?
1. Zusammenhalt und Ehrenamt stärken: Grasbrunn lebt von den Menschen, die sich engagieren – in Vereinen, bei der Feuerwehr, im sozialen Bereich oder in der Nachbarschaft. Dieses Miteinander macht unsere Gemeinde stark. Mir ist wichtig, dass Ehrenamt weiterhin die Wertschätzung und Unterstützung bekommt, die es verdient.
2. Grasbrunn mit Augenmaß weiterentwickeln: Unsere Gemeinde soll modern und zukunftsfähig bleiben, ohne dabei ihren Charakter zu verlieren. Wachstum, Infrastruktur und Lebensqualität müssen im Gleichgewicht bleiben. Ich möchte, dass Grasbrunn auch für kommende Generationen lebenswert bleibt.
3. Sicherheit und Verlässlichkeit: Als Kommandant der Feuerwehr weiß ich, wie wichtig funktionierende Strukturen sind – ob bei der Sicherheit, im Katastrophenschutz oder im täglichen Gemeindeleben. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich darauf verlassen können, dass ihre Gemeinde gut organisiert und handlungsfähig ist.
Was macht Grasbrunn für Sie besonders?
Grasbrunn verbindet für mich Lebensqualität, Gemeinschaft und Heimatgefühl. Trotz der Nähe zu München hat sich die Gemeinde ihre eigene Identität bewahrt. Man kennt sich, man hilft sich, und viele Menschen engagieren sich füreinander.
Für mich persönlich ist Grasbrunn weit mehr als ein Wohnort – es ist Heimat über Generationen hinweg.
Ihre Botschaft an die Grasbrunner Bürgerinnen und Bürger:
Ich möchte mich für das Vertrauen bedanken und freue mich darauf, weiterhin Verantwortung für unsere Gemeinde übernehmen zu dürfen.
Mir ist wichtig, zuzuhören, ansprechbar zu sein und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Lösungen für die Zukunft von Grasbrunn zu gestalten. Denn eine starke Gemeinde entsteht nicht im Rathaus allein – sondern durch das Engagement vieler Menschen.
Drei Fragen an Carmen Müller, Dritte Bürgermeisterin Grasbrunns
Seit wann sind Sie in der Kommunalpolitik in Grasbrunn aktiv. Was hat Sie dazu bewogen?
Seit circa 12 Jahren bin ich in der Kommunalpolitik in Grasbrunn aktiv und von Anfang an Mitglied der CSU Grasbrunn. Damals hat mich der Bürgermeisterkandidat angesprochen und gefragt, ob ich einen Listenplatz besetzen würde. Da ich mich schon immer für Politik interessiert habe, habe ich gerne zugesagt. Allerdings habe ich mich bewusst eher weiter hinten auf der Liste aufstellen lassen, da meine Kinder zu dieser Zeit noch recht klein waren.
Welche drei Themen sind Ihnen besonders wichtig und wieso?
An erster Stelle steht für mich der Radweg von Grasbrunn nach Möschenfeld. Damit können wir die Sicherheit unserer Kinder weiter verbessern, sodass sie sicherer zu ihren Vereinstätigkeiten, Freizeitangeboten und auch zur Schule gelangen können. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Wiederaufnahme des Projekts „Vereins- und Lagerstadel“ in Harthausen. Dieses Projekt wäre ein starkes Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem großen Engagement unserer Ehrenamtlichen und Vereine, die einen wichtigen Beitrag für unser Gemeindeleben leisten. Als drittes Thema liegt mir die Straßensanierung sehr am Herzen. Da ich oft in der Gemeinde unterwegs bin oder spazieren gehe, sehe ich immer wieder, wie marode manche Straßen inzwischen sind. Hier besteht aus meiner Sicht dringender Handlungsbedarf, um die Infrastruktur unserer Gemeinde nachhaltig zu verbessern.
Was macht Grasbrunn für Sie besonders?
Was ich an der Gemeinde Grasbrunn besonders schätze, ist dieser ausgeprägte Dorfcharakter. Ich selbst bin in einem Dorf groß geworden und habe dort schon die Gemeinschaft und den Zusammenhalt sehr geschätzt. Genau dieses Gefühl finde ich auch hier in Grasbrunn wieder. Deshalb ist es mir besonders wichtig, dass dieser Dorfcharakter unbedingt erhalten bleibt. Die gute Kinderbetreuung, die starke Gemeinschaft und das aktive Vereinsleben machen Grasbrunn für mich aus. Unsere Gemeinde ist finanziell sehr gut aufgestellt und bietet mit Kindergärten, Bürgerhäusern, Feuerwehren und den zahlreichen Vereinen für jeden etwas Passendes. Dadurch fällt es leicht, sich hier zu integrieren und Teil der Gemeinschaft zu werden. Grasbrunn ist einfach ein lebenswerter Ort, an dem das Miteinander großgeschrieben wird – und genau das macht es so schön, hier zu leben.
Ihre Botschaft an die Grasbrunner Bürgerinnen und Bürger:
Meine Botschaft an die Mitbürgerinnen und Mitbürger ist vor allem der Wunsch nach Zusammenhalt und einem guten Miteinander. Unsere Gemeinde lebt davon, dass Menschen sich einbringen, aufeinander achten und gemeinsam anpacken. Deshalb wünsche ich mir auch weiterhin Offenheit, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, Informationen und Ideen miteinander zu teilen. Denn nur gemeinsam können wir unsere Gemeinde positiv gestalten und weiterentwickeln. Nur miteinander und im Miteinander geht es – und genau das macht Grasbrunn so besonders. Abschließend möchte ich mich herzlich für Ihr Vertrauen bei der Wahl am 8. März 2026 bedanken. Dieses Vertrauen weiß ich sehr zu schätzen und ich werde mich mit großem Engagement für unsere Gemeinde sowie für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen.
